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Vorarlberg |
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Geographie
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Vorarlberg hat
eine Fläche von 2.601,48 km² mit
einer Außengrenze zur Schweiz,
zum Fürstentum Liechtenstein und
zu Deutschland von 256 km Länge.
Es liegt zwischen dem Bodensee und
dem Alpenrhein im Westen, dem Arlberg
und die Verwallgruppe im Osten, den
Gebirgszügen des Rätikons
und der Silvretta im Süden, dem
Allgäu im Norden und dem Bodensee
im Nordwesten.
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Politische
Geografie [Bearbeiten]Das Bundesland ist in 4
unterschiedlich große politische Bezirke
aufgeteilt. Die Bezirke tragen jeweils den Namen
ihrer Hauptstadt, dies sind, der Größe
der Bezirke nach geordnet Bludenz, Bregenz, Feldkirch
und Dornbirn. Neben diesen politischen Bezirken
gibt es 6 Gerichtsbezirke im Bundesland. Zusätzlich
zu den politischen Bezirken sind dies Bezau und
Schruns. Weiters gliedert sich Vorarlberg in
96 eigenständige Gemeinden, davon 5 Städte
(Nach Einwohnerzahlen: Dornbirn, Feldkirch, Bregenz,
Hohenems, Bludenz).
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Geschichte |
| Vorarlberg
war mindestens seit 500 v. Chr. vom keltischen
Volksstamm der Brigantier besiedelt. Im Jahre
15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet.
Um 260 begannen die Einfälle der Alemannen,
die dann ab etwa 450 hier siedelten. Mit den
Alemannen kam das Gebiet zum Fränkischen
Reich, 843 zum Ostfränkischen Reich. Als
Erben der Udalrichinger, die karolingische Grafen
u. a. im Bodenseegebiet waren, erlangten die
Grafen von Montfort um 1200 die Herrschaft im
Gebiet von Bludenz, Bregenz und Feldkirch.
Seit dem 14. Jahrhundert gelangten die einzelnen
Herrschaften an die Habsburger, die bestrebt
waren, ihre Territorien in der heutigen Schweiz
und ihre österreichischen Besitzungen zu
arrondieren: 1363 die Herrschaft Neuburg am Rhein,
1375 die Grafschaft Feldkirch, 1394 die Herrschaft
Bludenz mit dem Montafon, 1397 die Herrschaft
Jagdberg, 1451 die halbe Grafschaft Bregenz,
1453 die Gerichte Tannberg und Mittelberg, 1474
die Grafschaft Sonnenberg (der Truchsessen von
Waldburg), 1523 die zweite Hälfte der Grafschaft
Bregenz. Zahlreiche Herrschaften in Südwestdeutschland
(Freiburg im Breisgau) und der heutigen Schweiz
(Fricktal im späteren Kanton Aargau) waren
ebenfalls in habsburgischem Besitz (Vorderösterreich).
Bis ins 17. Jahrhundert hinein stand ein Landvogt
an der Spitze der Verwaltung der habsburgischen
Gebiete in Vorarlberg.
1765 fiel die Grafschaft Hohenems nach dem Aussterben
des Grafenhauses in männlicher Linie ebenfalls
an die Habsburger. 1804 rundete der Erwerb der
Herrschaften Blumenegg und St. Gerold, ehemals
Besitz der Klöster Weingarten bzw. Einsiedeln,
und schließlich 1814 des ehemaligen Reichshofes
Lustenau das Territorium ab.
In napoleonischer Zeit, zwischen 1806 und 1814,
gehörte das Gebiet Vorarlbergs zu Bayern
und kam dann bis auf die Westallgäuer Teile
(Herrschaft Hoheneck) an Österreich zurück;
es wurde von Innsbruck aus verwaltet.
Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie
und der Gründung des Staates Deutsch-Österreich
ergab die Bewegung für den Anschluss an
die Schweiz in einer Volksabstimmung 1919 eine
Mehrheit von 80 %, scheiterte sowohl an der zögerlichen
Politik der (provisorischen) Vorarlberger Landesversammlung
als auch des Schweizer Bundesrates, der das sorgsam
austarierte Verhältnis zwischen Sprachen
und Religionen in der Schweiz nicht durch einen
zusätzlichen Kanton mit deutschsprachigen
Katholiken ins Ungleichgewicht bringen wollte
(die scherzhafte Bezeichnung Vorarlbergs als
Kanton Übrig hat jedoch andere Hintergründe)
sowie an den Friedensverträgen von St. Germain
und Versailles.[2] Seit 1918 ist Vorarlberg,
abgesehen vom nationalsozialistischen Zwischenspiel
des Gaues Tirol-Vorarlberg 1938 bis 1945, ein
Bundesland der Republik Österreich.
Mit dem sogenannten Anschluss am 12. 3. 1938
wurde Vorarlberg mit der Republik Österreich
vom nationalsozialistischen Großdeutschen
Reich de-facto annektiert. Wie in anderen Teilen
forderte die nationalsozialistische Gewaltherrschaft
und der zweite Weltkrieg viele Menschenleben.
Mindestens 200 jüdische Einwohner von Tirol-Vorarlberg
fielen dem NS-Rassenwahn zum Opfer; in Vorarlberg
lebten vor dem Krieg nur 15 Juden. Kurz vor Kriegsende
im Frühjahr 1945 schoss die örtliche
SS noch auf einheimische Zivilisten, die „zu
früh“ weiße Fahnen vor den anrückenden
französischen Truppen aus den Fenstern hängten.
Danach war Vorarlberg von 1945 bis 1955 gemeinsam
mit dem Land Tirol (ausgenommen Osttirol) französische
Besatzungszone. Der erste Landeshauptmann Ulrich
Ilg sorgte 1964 in dem kleinen Ort Fußach
(Skandal) für Schlagzeilen, als er in der
kleinen Bodenseegemeinde ein Schiff statt auf
den vorgesehenen Namen „Karl Renner“ auf
den lokalpatriotischen Namen „Vorarlberg“ taufen
ließ. 1999 und 2005 verwüsteten schwere Überschwemmungen
Teile Vorarlbergs und verursachten große
Schäden.
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Politik |
Derzeitiger
Landeshauptmann Vorarlbergs ist Dr. Herbert Sausgruber
(ÖVP), sein Stellvertreter und damit Landesstatthalter
ist Mag. Markus Wallner (ÖVP). Präsident
des Vorarlberger Landtags ist Gebhard Halder
(ÖVP).
Seit dem Beginn der Republik wird Vorarlbergs
Politik von der konservativen Österreichischen
Volkspartei bzw. deren Vorgängerpartei
dominiert. Die SPÖ schied 1974 aus der
Landesregierung aus. Vorarlberg war lange Zeit
das einzige österreichische Bundesland,
in dem die Regierungssitze laut Landesverfassung
nicht nach dem Proporzprinzip, sondern nach
dem Majorzprinzip vergeben werden, seit 1999
jedoch gilt auch in Salzburg und in Tirol das
Majorzprinzip. Die ÖVP hatte – bis
auf die Zeitspanne zwischen 1999 und 2004 – immer
eine absolute Mandatsmehrheit, die der FPÖ (bis
in die 70er Jahre auch der SPÖ) zugestandenen
Regierungssitze sind keine politische Notwendigkeit.
Seit 1983 sind auch Die Grünen als vierte
Partei im Vorarlberger Landtag vertreten. Nach
der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ,
entschied sich die Vorarlberger Landesgruppe
zunächst für einen eigenständigen
dritten Weg, ordnete sich 2006 aber wieder
der Bundes-FPÖ unter. Das Liberale Forum
schaffte den Einzug in den Vorarlberger Landtag
nicht.
Der Sitz der Landesregierung befindet sich
in Bregenz, das Landesgericht ist in Feldkirch
und das Oberlandesgericht in Innsbruck angesiedelt.
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Wirtschaft |
Wirtschaftlich
ist das Bundesland Vorarlberg eine der am frühesten
entwickelten Industrieregionen Österreichs.
Heute dominiert nicht mehr so sehr die traditionelle
Textilindustrie, sondern die feinmechanische
und Elektroindustrie sowie der Tourismus (Lech
und Zürs am Arlberg, Montafon, Bregenzerwald,
Kleinwalsertal). Vorarlberg ist das am zweitstärksten
industrialisierte Bundesland Österreichs
mit der stärksten Exportorientierung (Exportquote
der Industrieproduktion zirka 70 %). Ein weiterer
wichtiger Faktor sind die Grenzgänger in
die Schweiz und nach Liechtenstein. Im Vergleich
mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards
erreicht Vorarlberg einen Index von 127.4 (EU-25:100)
(2003).
Zu den großen Vorzeigeunternehmen mit
internationaler Bedeutung zählen die Julius
Blum GmbH und Grass in Höchst (Beschläge),
Zumtobel in Dornbirn (Lichttechnik), Alpla
in Hard (Plastikverpackungen), Doppelmayr in
Wolfurt (Seilbahnanlagenbau), Rauch in Rankweil
und Nüziders sowie Pfanner in Lauterach
(Fruchtsäfte), Suchard (Schokolade) und
Getzner-Textil in Bludenz und Wolford (Textilien)
in Bregenz. Daneben haben sich auch einige
bedeutende ausländische Großkonzerne
mit strategischen Produktionsanlagen in Vorarlberg
angesiedelt. Hier sind beispielsweise Liebherr
und Hydro-Aluminium in Nenzing zu nennen. Zudem
sind in Vorarlberg 4 Brauereien angesiedelt,
die größte und älteste – seit
1834 bestehende – Mohrenbrauerei August
Huber befindet sich in Dornbirn.
Stromwirtschaft bildet heute einen grundlegenden
Punkt der Vorarlberger Wirtschaft, wobei Wasserkraft
die Hauptenergiequelle ist. Diese wird vorwiegend
für die Produktion von Spitzenstrom genutzt.
Die Stauseen der Wasserkraftwerke befinden
sich alle im hinteren Montafon. Aufgrund eines
Abkommens mit Baden-Württemberg wird Spitzenstrom
mit deutschem Grundstrom im Verhältnis
1:4 ausgetauscht. 2003 war Vorarlberg auch
die erste Region Europas, in der mehr regenerative
Energie erzeugt als dort verbraucht wird. Ökostrom
aus Vorarlberg wird deshalb auch ins deutsche
Westallgäu, in die Schweiz und in andere österreichische
Bundesländer verkauft. Der größte
Stromerzeuger Vorarlbergs ist die Illwerke
AG. Sie produziert 75 % des Vorarlberger Stroms
vor allem durch Wasserkraft. Größter
Stromverkäufer des Landes ist die VKW.
Die Vorarlberger Wirtschaft ist momentan von
vielen Veränderungen wie Abwanderung von
Industriebetrieben (Huber Trikot in Hohenems
und Head in Kennelbach) und steigenden Arbeitslosenzahlen
betroffen, allerdings auf niedrigem Ausgangsniveau.
Die Arbeitslosenquote in Vorarlberg entspricht
aktuell (Juli 2006) mit 5,6 Prozent dem österreichweiten
Durchschnitt und hat gegenüber dem Vorjahr
um 7,1 Prozent abgenommen.
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